Donnerstag, 11. Februar 2016

16: Manifest des göttlichen Rassismus

Ich habe zahlreiche Bibelstellen gesammelt, die die etablierten Ansichten von Christen in ihren Grundfesten erschüttern. Eine Kategorie davon stelle ich heute vor. Nachdem ich die ganze Bibel gelesen hatte, war ich mir zum Beispiel nicht mehr ganz so sicher, ob die Bibel "Refugees Welcome" unterstützt. Zugegeben, es beginnt gut:

2. Mose 23, 9: "Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland gewesen."

Für Christen reicht das. Und man könnte tatsächlich meinen, dass Gott das genau so meint, wie Christen es interpretieren: Uneingeschränkte Nächstenliebe! Doch der Scrutator hat eben das getan, was diese Christen nicht tun: Die ganze Bibel gelesen. Und dabei fällt einem zwangsläufig auf, dass Gott sein auserwähltes, heiliges Volk ziemlich krass über alle anderen stellt.

Göttlicher Rassismus
3. Mose 22, 25: "Du sollst auch solcher keins von eines Fremdlings Hand als Brot eures Gottes opfern; denn es taugt nicht und hat einen Fehl; darum wird's nicht angenehm sein von euch."

5. Mose 14, 21: "Ihr sollt kein Aas essen - dem Fremdling in deinem Tor magst du es geben, daß er's esse oder daß er's verkaufe einem Ausländer; denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott."

5. Mose 23, 20+21: "Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen, weder Geld noch mit Speise noch mit allem, womit man wuchern kann. 21 Von den Fremden magst du Zinsen nehmen, aber nicht von deinem Bruder..."

2. Chronik 8, 11: "Und die Tochter Pharaos ließ Salomo heraufholen aus der Stadt Davids in das Haus, das er für sie gebaut hatte. Denn er sprach: Mein Weib soll mir nicht wohnen im Hause Davids, des Königs Israels; denn es ist geheiligt, weil die Lade des HERRN hineingekommen ist."

Esra 9, 2: "Das Volk Israel und die Priester und Leviten sind nicht abgesondert von den Völkern in den Ländern nach ihren Greueln, nämlich die Kanaaniter, Hethiter, Pheresiter, Jebusiter, Ammoniter, Moabiter, Ägypter und Amoriter; 2 denn sie haben derselben Töchter genommen sich und ihren Söhnen und den heiligen Samen gemein gemacht mit den Völkern in den Ländern."

Wie jetzt, lieber Jahwe? Die Israeliten sollten den Fremdling nicht unterdrücken, aber auch nicht respektieren? Wie sieht denn die perfekte demographische Situation für dich aus?

5. Mose 7, 1+2: "Wenn dich der HERR, dein Gott, in das Land bringt, darein du kommen wirst, es einzunehmen, und ausgerottet viele Völker vor dir her, die Hethiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind denn du, 2 und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir dahingibt, daß du sie schlägst, so sollt ihr sie verbannen, daß du keinen Bund mit ihnen machest noch ihnen Gunst erzeigest."

Joel 4, 17: "Und ihr sollt es erfahren, daß ich, der HERR, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Alsdann wird Jerusalem heilig sein und kein Fremder mehr durch sie wandeln."

Ach so. Alles klar. Und das war nur eine Auswahl von explizit rassistischen Stellen. Immer wieder bezieht sich Gott zudem auf bestimmte Völker, die er vollumfänglich von seiner Gemeinde ausschliesst...

5. Mose 23, 4: "Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied; sondern sie sollen nimmermehr hineinkommen, 5 darum daß sie euch nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser auf dem Wege, da ihr aus Ägypten zoget..."

Nehemia 13, 1-3: "Und es ward zu der Zeit gelesen das Buch Mose vor den Ohren des Volks und ward gefunden darin geschrieben, daß die Ammoniter und Moabiter sollen nimmermehr in die Gemeinde Gottes kommen, 2 darum daß sie den Kindern Israel nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser (...) 3 Da sie nun dies Gesetz hörten, schieden sie alle Fremdlinge von Israel."

...oder gleich ausrotten lässt:

1. Samuel, 15, 2+3: "So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel tat und wie er ihm den Weg verlegte, da er aus Ägypten zog. 3 So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!"

Der fremdenfeindliche Christus
Puh - das war ja zum Glück "nur" das alte Testament! Zum Glück ist das neue Testament das genaue Gegenteil von Rassismus! Oder..?

Matthäus 15, 22-26: "Und siehe, ein kanaanäisches Weib kam aus derselben Gegend und schrie ihm [Jesus] nach und sprach: Ach HERR, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. 23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreit uns nach. 24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel. 25 Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: HERR, hilf mir! 26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde."

Jesus ändert dann seine Meinung und heilt die Tochter der "Hündin" aus Distanz. Rechtfertigt das sein Verhalten davor? Wie passt es damit zusammen, dass er mit der Samariterin am Brunnen spricht? Es passt damit zusammen, dass er erst vor seinem Abgang den Missionsbefehl für die fremden Völker proklamiert - erst die wichtigen Leute, der Rest kann warten. Was ist mit allen Nicht-Israeliten, die gestorben waren, bevor Jesus diesen Missionsbefehl aussprach? Stück für Stück nimmt das Kleingedruckte zu "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" beeindruckende Ausmasse an. Und was schreibt Paulus?

Galater 3, 28: "Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. 29 Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben."

Zuerst tut er genau das Richtige, er verwirft die Wichtigkeit von Nationalität - doch im nächsten Vers begründet er das damit, dass man durch die Annahme von Jesus Christus zu "Abrahams Same" werde, also zum Israeliten. Das ist nicht die Idee hinter "Refugees Welcome". Definitiv nicht.

-Ihr Scrutator

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