Mittwoch, 17. Februar 2016

20: Weitere Ausführungen zum göttlichen Sexismus

->Hier der erste Post zum göttlichen Sexismus<-

Jesaja 3, 11+12: "Weh aber den Gottlosen! denn sie haben es übel, und es wird ihnen vergolten werden, wie sie es verdienen. 12 Kinder sind Gebieter meines Volkes, und Weiber herrschen über sie. Mein Volk, deine Leiter verführen dich und zerstören den Weg, da du gehen sollst."

Oh nein! Der arme Jahwe muss zu Tode erschrocken sein, als er diese Frauen in Führungspositionen sah. Ist aber auch verständlich: Wer würde nicht einschreiten, wenn einer seiner Gebrauchsgegenstände in die Politik gehen wollte? Richtig gelesen, Gebrauchsgegenstände. Sie werden gleich sehen, was ich meine.

Die Tochter als Besitz
Die ersten Verse des 22. Kapitels im 2. Buch Mose beschäftigen sich damit, was man als Wiedergutmachung bei Diebstahl oder Beschädigung von Eigentum zu tun hat. In den Versen 15 und 16 steht dann:

2. Mose 22, 15+16: "Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und bei ihr schläft, der soll ihr geben ihre Morgengabe und sie zum Weibe haben. 16 Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, soll er Geld darwägen, wieviel einer Jungfrau zur Morgengabe gebührt."

bibel-online.net macht nur für diese zwei Verse eine neue Überschrift ("Verschiedene Gesetze"). Doch wer genau hinschaut und die ganze Bibel kennt, weiss genau, warum dieses Vergehen ausgerechnet unter dem Abschnitt "Eigentumsvergehen" aufgeführt ist: Es wurde als eine Form der Beschädigung von Eigentum angesehen. Der Besitzer, also der Vater, konnte in so einem Fall die Tochter zwingen, ihren Sexualpartner zu heiraten - sie hatte in dieser Frage absolut nichts zu melden. Wollte der Vater das nicht tun, so musste der Partner den angegeben Betrag an den Eigentümer zahlen, dessen Besitz er beschädigt hatte - denn eine Frau, die nicht mehr Jungfrau war, wollte kaum noch jemand haben. Der Vater konnte frei über seinen Besitz verfügen:

2. Mose 21, 7-11: "Verkauft jemand sein Tochter zur Magd, so soll sie nicht ausgehen wie die Knechte*. 8 Gefällt sie aber ihrem Herrn nicht und will er sie nicht zur Ehe nehmen, so soll er sie zu lösen geben. Aber unter ein fremdes Volk sie zu verkaufen hat er nicht Macht, weil er sie verschmäht hat. 9 Vertraut er sie aber seinem Sohn, so soll er Tochterrecht an ihr tun. 10 Gibt er ihm aber noch eine andere, so soll er an ihrer Nahrung, Kleidung und Eheschuld nichts abbrechen. 11 Tut er diese drei nicht, so soll sie frei ausgehen ohne Lösegeld."
*= Zuvor wird festgelegt, dass männliche hebräische Sklaven nach sechs Jahren freigelassen werden mussten. Wer nicht männlich oder nicht hebräisch war, war für immer Sklave

Schon der gute Lot hatte den Status seine Töchter gut verstanden:

1. Mose 19: 4-8: "Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, 5 und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. 6 Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu 7 und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! 8 Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts..."

Wir sehen: Die Jungfräulichkeit der Töchter wurde als Besitz ihres Vaters angesehen. Ob sie diese verloren oder behielten, lag in der Hand ihres Eigentümers. Lot nennt die Bibel übrigens bis ins neue Testament hinein einen gerechten Mann (2. Petrus 2, 6-8) - verständlich, er hatte sich ans Gesetz gehalten. Noch schöner liest sich eine sehr ähnliche Episode im Buch Richter:

Richter 19, 22-29: "...da kamen die Leute der Stadt, böse Buben, und umgaben das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Bringe den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir ihn erkennen. 23 Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen heraus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut nicht so übel; nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht eine solche Torheit! 24 Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser ein Kebsweib; die will ich herausbringen. Die mögt ihr zu Schanden machen, und tut mit ihr, was euch gefällt; aber an diesen Mann tut nicht solche Torheit. 25 Aber die Leute wollten ihm nicht gehorchen. Da faßte der Mann sein Kebsweib und brachte sie zu ihnen hinaus. Die erkannten sie und trieben ihren Mutwillen an ihr die ganze Nacht bis an den Morgen; und da die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen. 
26 Da kam das Weib hart vor morgens und fiel nieder vor der Tür am Hause des Mannes, darin ihr Herr war, und lag da, bis es licht ward. 27 Da nun ihr Herr des Morgens aufstand und die Tür auftat am Hause und herausging, daß er seines Weges zöge, siehe, da lag sein Kebsweib vor der Tür des Hauses und ihre Hände auf der Schwelle. 28 Er aber sprach zu ihr: Stehe auf, laß uns ziehen! Aber sie antwortete nicht. Da nahm er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort. 29 Als er nun heimkam, nahm er ein Messer und faßte sein Kebsweib und zerstückte sie mit Gebein und mit allem in zwölf Stücke und sandte sie in alle Grenzen Israels."


Was für ein Finale! Diese Geschichte gehört in den Lehrplan jeder Sonntagsschule (Gott lässt übrigens später Krieg gegen den gesamten Stamm der Vergewaltiger führen, siehe Richter 20, 4-10).

Ehefrauen als Besitz
Die Sache mit dem Besitz wird noch klarer, wenn man realisiert, dass die Bibel nur das Schlafen mit verlobten (5. Mose 22, 23) und verheirateten (3. Mose 18, 20) Frauen als Ehebruch definiert - wer mit einer unverheirateten Frau schlief, hatte keinen Ehebruch begangen. Er hatte lediglich statt des Besitzes eines Ehemannes halt den Besitz eines Vaters beschädigt. Zum Thema Besitz in der Ehe ist 2. Mose 21, 22 erwähnenswert:

2. Mose 21, 22: "Wenn Männer hadern und verletzen ein schwangeres Weib, daß ihr die Frucht abgeht, und ihr kein Schade widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wieviel des Weibes Mann ihm auflegt, und er soll's geben nach der Schiedsrichter Erkennen."

Wer eine schwangere Frau schlägt und ihr Kind tötet, muss sich nicht bei der Frau entschuldigen, sondern dem Mann eine Busse dessen Wahl bezahlen - ist ja logisch: Wenn Sie einem Hund ein Bein brechen, geben Sie dann dem Hund Schmerzensgeld? Sicher nicht - das Geld muss zum Besitzer.

Wenn Sie sich vor Entsetzen die Haare raufen wollen, dann rate ich Ihnen zur Lektüre von 4. Mose 5, 11-31 - darin wird ein magisches Ritual beschrieben, das stark an Hexenprozesse erinnert und das durchgeführt werden sollte, wenn ein Mann seine Frau des Ehebruchs verdächtigte (selbstverständlich gab es kein solches Ritual für Männer).

Diverses
Zum Schluss noch ein paar frauenverachtende Perlen, speziell für Sie herausgepickt.

1. Chronik 2, 34+35: "Sesan aber hatte nicht Söhne, sondern Töchter. Und Sesan hatte einen ägyptischen Knecht, der hieß Jarha. 35 Und Sesan gab Jarha, seinem Knecht seine Tochter zum Weibe; die gebar ihm Atthai."

Puh, das ist ja grade nochmal gut gegangen - der Stammbaum ist gerettet! Nun auf in die Schlacht mit den Sexisten Jesaja und Jeremia:

Jesaja 19, 16: "Zu der Zeit wird Ägypten sein wie Weiber und sich fürchten und erschrecken, wenn der HERR Zebaoth die Hand über sie schwingen wird."

Jeremia 50, 37: "Schwert soll kommen über ihre Rosse und Wagen und alles fremde Volk, so darin sind, daß sie zu Weibern werden!"

Jeremia 51, 30: "Die Helden zu Babel werden nicht zu Felde ziehen, sondern müssen in der Festung bleiben, ihre Stärke ist aus, sie sind Weiber geworden..."

Das Schlusswort gehört dem "Fels" und angeblich ersten Papst, Petrus:

1. Petrus 3, 1-7: "Gleicherweise ihr Weiber, seid euren eigenen Männern unterwürfig, auf daß, wenn auch etliche dem Worte nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Weiber ohne Wort mögen gewonnen werden, 2 indem sie euren in Furcht keuschen Wandel angeschaut haben; 3 deren Schmuck nicht der auswendige sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unverweslichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, welcher vor Gott sehr köstlich ist. 5 Denn also schmückten sich auch einst die heiligen Weiber, die ihre Hoffnung auf Gott setzten, indem sie ihren eigenen Männern unterwürfig waren: 6 wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet. 7 Ihr Männer gleicherweise, wohnet bei ihnen nach Erkenntnis, als bei einem schwächeren Gefäße, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend, als die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden."

Tja, ihr christlichen Ladies - vergesst eure tollen Frisuren, eure Ohrringe und hübschen Kleider, das ist Gott zu unkeusch. Schade, was?

Fazit
Die Frau ist in der Bibel ein besseres Haustier. Ja, man soll sie "lieben" und ihr "Ehre geben", aber nicht so, wie man sich das heutzutage vorstellen würde: Ist sie single, gehört die Frau ihrem Vater. Ist sie verlobt bzw. verheiratet, gehört sie ihrem Mann. Sie hat nichts zu sagen und muss gehorchen, sie darf verkauft und "vermietet" werden, muss sich rein halten und absurden Ritualen unterziehen und hat sich still, keusch, zahm und unauffällig im Hintergrund zu halten. Ist jetzt noch irgendjemand überrascht, dass die Frauen in der Geschichte so lange so sehr unterdrückt worden sind, wenn das die biblische Vorstellung von Liebe und Ehre für Frauen ist? Man muss wirklich nur mal genauer hinschauen - und das ist meine Mission.

-Ihr Scrutator

P.S. Schauen Sie mal, was diese Texte heute noch auslösen: nycpastor.com/2014/12/29/10-women-christian-men-should-not-marry

Kommentare:

Sharon hat gesagt…

Übrigens war es zu biblischen Zeiten völlig normal, eine Frau so zu behandeln, wie es in der Bibel beschrieben wird. Frauen wurden richtiggehend ignoriert und waren Handelware. Jesus war dann schliesslich der Erste, der überhaupt mit einer fremdem Frau sprach, bei einer Prostituierten übernachtete und mehrere Frauen als enge Freundinnen hatte. Er war derjenige mit dem modernsten Frauenbild überhaupt in der damaligen patriarchischen Gesellschaft. In den arabischen Ländern ist es übrigens auch heute noch so, dass Frauen ähnlich Haustieren "gehalten" werden: Eine Frau geht nicht alleine raus, sondern nur mit einem männlichen Begleiter. Eine Frau bedeckt die Hand- sowie Fussgelenke. Eine Frau schmückt sich nicht, denn dies könnte aufreizend sein. Eine Frau bleibt zuhause, für sie gibt es keinen Platz an öffentlichen Plätzen wie Kaffees oder auf dem Markt (ausser in Begleitung - wessen wohl?). Dies nur einige Beispiele aus meinen eigenen Erfahrungen in einem muslimischen Land letztes Jahr.
Vielleicht solltest du kulturelle und historische Aspekte in deine Recherchen miteinbeziehen.

Wenn ein Mann Jesus gleich werden will, wird er nicht darum herumkommen, seine Frau nicht wie ein Haustier, sondern wie eine Queen zu behandeln, denn "Love your wife as Christ loves the Church" (Eph. 5.25). Jesus liebte uns wirklich, sonst wäre er nicht für uns ans Kreuz. Er hätte ein normales Leben sowie du führen können. Stattdessen entschloss er sich, sein Leben nicht für sich selbst zu leben und sich selbst zu verwirklichen (wie wir das heute so positiv nennen), sondern er lebte für seine Mitmenschen. Er heilte, betete und teilte ständig sein Essen (Teil' mal dein Mittagessen!) - er hatte fast keine Sekunde für sich und wurde schliesslich umgebracht dafür, dass er Gutes tat. Das ist Liebe und so soll ein Mann seine Frau lieben. Wer das noch nicht verstanden hat, will es nicht verstehen.

R.D. hat gesagt…

Es ist augenscheinlich, dass du diejenige bist, die nicht verstehen will. Du erzählst mir nichts, was ich nicht schon weiss: Dass die Bibel archaische Wertesysteme unterstützt und somit out of date ist und dass ihr Christen eure eigene Interpretation von "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" über alles stellt, was die Bibel sonst so an abscheulichen Dingen sagt. Ein "Wort Gottes" würde über solchen menschlichen Kultursystemen stehen, und dass sie das nicht tut, deutet klar auf Menschenwerk hin. Die Bibel hat durchgehend ganz eindeutig ein Verständnis von Liebe zu Frauen, das der Liebe zu Haustieren ähnelt. Jesus war nett zu Frauen, aber das steht nicht im Widerspruch dazu, dass er sie als im Vergleich zum Mann minderwertig einstufte. Jesus konnte gar nicht anders - von Mose bis zu Paulus gilt die Frau weniger als der Mann. Und seinen Tod verdiente er sich damit, dass er sich als Messias aufspielte, obwohl er das nicht sein konnte - die Pharisäer wussten schliesslich, welche Qualifikationen ihr Messias haben würde, und Jesus erfüllte diese nicht, und auch die Prophezeiungen schnitt Matthäus mehr schlecht als recht auf sein 4-6 Jahrzehnte nach Jesu Tod zusammengeschustertes Evangelium zu. Jesus war meist ein netter Mann, aber dass er das gesamte unmenschliche alte Gesetz für immer bekräftigte (Lukas 16,17), dass er einer Frau aus rassistischen Gründen erst nach einigem Flehen Hilfe gewährte (Matthäus 15, 22-26) und dass er sich spezifisch für das Ermorden unfolgsamer Teenager stark machte (Markus 7, 9+10) zeigt unter dem Strich ein mehr als fragwürdiges Bild. Und da er mehrfach versprach, zu Lebzeiten seiner Jünger zurückzukehren (Markus 16,27+28 / Matthäus 10, 23), können wir ihn sowieso als falschen Gottessohn abhaken.