Montag, 1. Februar 2016

12: Gottes Blutdurst: Tiefere Einblicke

5. Mose 7, 21: "Laß dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist unter dir, der große und schreckliche Gott."


Eine Schlüsselstelle für die Frage "Ist Gott gut?" finden wir im 2. Buch Samuel:

2. Samuel 24, 17: "Da aber David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Laß deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein!"

Liebe Christen: Sogar König David, der selbst ein ruchloses Schwein war, hat erkannt, dass sein Gott eine sadistische, ungerechte, jähzornige, grausame Seite hat. Wann erkennt auch ihr es? Mord wegen lachhaften "Vergehen", Folter, Völkermord, respektloser Sexismus, kindische Racheakte... Was muss Gott noch tun, bis auch ihr ihm den Blankoscheck wegnehmt und seine böse Seite anerkennt?

Wie wär's damit: Gott erklärt, dass Behinderungen keineswegs eine "Folge der gefallenen Welt" sind, über die er keine Macht hat und bei der er mitleidet:

2. Mose 4, 11: "Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen? Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden oder Blinden gemacht? Habe ich's nicht getan, der HERR?"

3. Mose 21, 17-20: "Wenn an jemand deiner Nachkommen in euren Geschlechtern ein Fehl ist, der soll nicht herzutreten, daß er das Brot seines Gottes opfere. 18 Denn keiner, an dem ein Fehl ist, soll herzutreten; er sei blind, lahm, mit einer seltsamen Nase, mit ungewöhnlichem Glied, 19 oder der an einem Fuß oder einer Hand gebrechlich ist 20 oder höckerig ist oder ein Fell auf dem Auge hat oder schielt oder den Grind oder Flechten hat oder der gebrochen ist."

Wenn Gott Krieg führt, beschützt er nur sein Volk? Think again:

Richter 18, 27+28: "Sie aber nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, den er hatte, und kamen an Lais, an ein stilles, sicheres Volk, und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und verbrannten die Stadt mit Feuer. Und war niemand, der sie errettete; denn sie lag fern von Sidon, und sie hatten mit den Leuten nichts zu schaffen..."

Auch das muss man klarstellen: Sklaverei ist in Gottes Augen absolut in Ordnung - mit einem Touch Rassismus:

3. Mose 25, 44-46: "Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind, 45 und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen; dieselben mögt ihr zu eigen haben 46 und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigentum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen."

So geht man mit Sklaven um:

2. Mose 21, 20+21: "Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt mit einem Stabe, daß sie sterben unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden. 21 Bleibt er aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er darum nicht gestraft werden; denn es ist sein Geld."

Im neuen Testament gehört Sklaverei weiterhin zum Alltag:

1. Petrus 2, 18: "Ihr Sklaven, ordnet euch euren Herren unter und erweist ihnen uneingeschränkten Respekt  – nicht nur den guten und freundlichen, sondern auch denen, die sich niederträchtig verhalten."

Glaubten Sie, ich hätte schon alle übertrieben Tötungen aufgezählt, die Gott ausführt oder gutheisst? Bei Weitem nicht. Noch Beispiele gefällig?

1. Samuel 6, 13-19: "Die Beth-Semiter aber schnitten eben in der Weizenernte im Grund, und hoben ihre Augen auf und sahen die Lade und freuten sich, sie zu sehen. (...) Und sie spalteten das Holz vom Wagen und opferten die Kühe dem HERRN zum Brandopfer. 15 Die Leviten aber hoben die Lade des HERRN herab und das Kästlein, das obendran war, darin die goldenen Kleinode waren, und setzten sie auf den großen Stein. (...) Und etliche zu Beth-Semes wurden geschlagen, darum daß sie die Lade des HERRN angesehen hatten. Und er schlug des Volks siebzig Mann (fünfzigtausendund siebzig)."

Richter 11, 30-40: "Und Jephthah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die Kinder Ammon in meine Hand: 31 was zu meiner Haustür heraus mir entgegengeht, wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern Ammon, das soll des HERRN sein, und ich will's zum Brandopfer opfern. (...) 34 Da nun Jephthah kam gen Mizpa zu seinem Hause, siehe, da geht seine Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken und Reigen; und sie war sein einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn noch Tochter. (...) Und er tat ihr, wie er gelobt hatte; und sie war nie eines Mannes schuldig geworden. Und es ward eine Gewohnheit in Israel, 40 daß die Töchter Israel jährlich hingehen, zu klagen um die Tochter Jephthahs, des Gileaditers, des Jahres vier Tage."

2. Könige 2, 23+24: "Und als er (Elisa) auf dem Wege hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und spotteten sein und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf! 24 Und er wandte sich um; und da er sie sah, fluchte er ihnen im Namen des HERRN. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen der Kinder zweiundvierzig."

Fazit
Langsam aber sicher wird klar: Gott ist tatsächlich blutdurstig, die Bibel gibt sich alle Mühe, uns das beizubringen. Was machen wir jetzt daraus, was steckt hinter diesen Geschichten? Es ist im alten Testament ein Muster zu erkennen: Gott hat Lieblinge, das Volk Israel. Und innerhalb dieser Lieblinge hat er wiederum noch liebere Lieblinge, die unantastbar sind (siehe Post #5). Lesen Sie mal diese vernachlässigte Stelle:

5. Mose 17, 12+13: "Und wo jemand vermessen handeln würde, daß er dem Priester nicht gehorchte, der daselbst in des HERRN, deines Gottes, Amt steht, oder dem Richter, der soll sterben, und sollst das Böse aus Israel tun, 13 daß es alles Volk höre und sich fürchte und nicht mehr vermessen sei."

Die Verfasser und Verwalter des "Wortes Gottes" gaben sich selbst grosse Macht. Und vielleicht ist das kein Zufall. Mit einem blutdurstigen Gott im Rücken regiert es sich besser. Und mit so einer epischen Geschichte lässt sich gut prahlen. Die Katholiken im Mittelalter hatten das bestens verstanden und nutzten es aus. Luther war dann einer der ersten, die sich auf die netten Bibelstellen versteiften. Zugleich war er dann plötzlich dafür, gegen Juden vorzugehen, mit dieser Begründung:

5. Mose 13, 13-16: "Wenn du hörst von irgend einer Stadt, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat, darin zu wohnen, daß man sagt: 14 Es sind etliche heillose Leute ausgegangen unter dir und haben die Bürger ihrer Stadt verführt und gesagt: Laßt uns gehen und andern Göttern dienen! - die ihr nicht kennt - 15 so sollst du sie fleißig suchen, forschen und fragen. Und so sich findet die Wahrheit, daß es gewiß also ist, daß der Greuel unter euch geschehen ist, 16 so sollst du die Bürger derselben Stadt schlagen mit des Schwertes Schärfe und sie verbannen mit allem, was darin ist, und ihr Vieh mit der Schärfe des Schwerts."

Julia Sweeney sagte: "Manche Leute sagen, ohne die Bibel hätten wir eine relative 'Wischiwaschi-Moral' - dabei finden wir in der Bibel eine relative 'Wischiwaschi'-Moral. Unsere moderne Moral scheint viel liebevoller und humaner zu sein als die der Bibel."

Ich unterschreibe. Sie auch?

-Ihr Scrutator

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