Sonntag, 8. Mai 2016

31: Bible Comedy Part 3

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"Seit Urzeiten ist Fantasy das beliebteste aller Genres. Fantasy-Autoren der zweiten großen Welle wie Johannes, Lukas, Markus und Mel Gibson haben zum Beispiel selbst heute noch fanatische Fans, die ganze Passagen auswendig kennen und sich regelmäßig in mittelalterlichen Gebäuden zu Conventions treffen, bei denen sie sich gegenseitig ihre Lieblingsstellen vorlesen und absurde Rituale aus den Bücher nachspielen. Totale Nerds." Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Offenbarung (2014)

Was bin ich froh, dass die Bibel mich während der zähen Recherchen immer wieder zum Lachen gebracht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass eine ganze Trilogie aus Spasspassagen entstehen würde. Viel Vergnügen!


1. Chronik 19, 4+5: "Da nahm Hanun die Knechte Davids und ließ sie scheren, und ihre Oberkleider zur Hälfte abschneiden bis ans Gesäß; und er entließ sie. 5 Und man ging und berichtete David wegen der Männer. Da sandte er ihnen entgegen, denn die Männer schämten sich sehr; und der König ließ ihnen sagen: Bleibet in Jericho, bis euer Bart gewachsen ist, dann kommet zurück."

Kriegstaktik auf Kindergartenniveau: "Haha, kuckt mal, die sind nackt!". Wenn wir schon bei Kriegstaktiken sind:

Richter 1, 19: "Und der HERR war mit Juda, daß er das Gebirge einnahm; denn er konnte die Einwohner im Grunde nicht vertreiben, darum daß sie eiserne Wagen hatten."

Das klingt für mich stark nach dem "Big Daddy"-Cheat aus "Age of Empires"... Wenn das jüngste Gericht doch einmal noch kommen sollte: Einfach schnell in's Auto steigen und siegessicher lachen. Weiter geht's mit der Galerie der bizarren Stellen:

Psalm 16, 7: "Ich lobe den HERRN, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts."

Das klingt ungesund. Vielleicht mal die Ernährung umstellen..?

Hesekiel 3, 1-3: "Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iß, was vor dir ist, iß diesen Brief, und gehe hin und predige dem Hause Israel! 2 Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir den Brief zu essen 3 und sprach zu mir: Du Menschenkind, du mußt diesen Brief, den ich dir gebe, in deinen Leib essen und deinen Bauch damit füllen. Da aß ich ihn, und er war in meinem Munde so süß wie Honig."

Das klingt nach Vegetarier-Propaganda. Doch urteilen Sie nicht zu vorschnell:

1. Korinther 10, 25: "Alles, was feil ist auf dem Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht, auf daß ihr das Gewissen verschonet."

Römer 14, 2: "Einer glaubt, er dürfe alles essen; der Schwache aber ißt Gemüse."

Vorhäute, Feigenbäume, Vegetarier - niemand ist sicher vor Gottes Bashing. Auch Tiere nicht:

Sacharja 10, 3: "Mein Zorn ist ergrimmt über die Hirten, und die Böcke will ich heimsuchen..."

3. Mose 20, 15: "Wenn jemand beim Vieh liegt, der soll des Todes sterben, und das Vieh soll man erwürgen."

2. Mose 21, 28: "Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie sterben, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen..."

Es gibt nur einen Ausweg für das Tier: Kehret um, die ihr kreucht und fleucht auf der Erde!

Jona 3, 7+8: "Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Ochsen noch Schafe Nahrung nehmen, und man soll sie nicht weiden noch sie Wasser trinken lassen; 8 und sollen Säcke um sich hüllen, beide, Menschen und Vieh, und zu Gott rufen heftig; und ein jeglicher bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände."

Und nicht nur den Tieren hat Gott etwas zu sagen:

Hesekiel 36, 1: "Und du, Menschenkind, weissage den Bergen Israels und sprich: Höret des HERRN Wort ihr Berge Israels!"

Blablabla... Blablabla... Bei dem ganzen Gepredige kann einem schon mal langweilig werden:

Apostelgeschichte 20, 9: "Es saß aber ein Jüngling mit namen Eutychus in einem Fenster und sank in tiefen Schlaf, dieweil Paulus so lange redete, und ward vom Schlaf überwältigt und fiel hinunter vom dritten Söller und ward tot aufgehoben."

Gar nicht langweilig war es anscheinend in Ephesus:

Apostelgeschichte 19, 34: "Als sie aber vernahmen, daß er ein Jude sei, schrieen sie alle wie aus einem Munde etwa zwei Stunden lang: Groß ist die Diana der Epheser!"

Ungewöhnlich. Nachdem sie in ihrem Bibelkurs das ganze Buch durchgearbeitet hatte, kam Julia Sweeney zu folgendem Schluss:

"Es war ein Buch, das jeder in der Hand hatte, das es in jedem Hotelzimmer gab. Der grösste Bestseller aller Zeiten. Doch wenn man sich nur die Zeit nahm, mal reinzusehen, stellte man fest, dass man die Tür zu einem Irrenhaus geöffnet hatte, wo ein Haufen verrückter Leute herumtanzt und 'yippidi-yippidi-yeah!' schreit."

Ein interessantes Fazit. Ich hoffe von Herzen, dass Ihnen mein Blog aufzeigen kann, wie Leute zu solchen Einschätzungen gelangen.

- Ihr Scrutator

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